Am 14.2.2016 endete das erste Verpflichtungsjahr des Energieeffizienzgesetzes und somit die erste Handelsperiode für Energieeffizienznachweise: Einige Marktteilnehmer zogen eine erste Bilanz.

OneTwoEnergy, Online-Marktplatz für Energieeffizienznachweise, die WKÖ, Montana Energie und Spar zogen am 1. März 2016 gemeinsam Bilanz und gaben einen Ausblick in das neue Verpflichtungsjahr 2016.

Bilanzmeinungen im Detail

Gudrun Pelinka und Eveline Steinberger-Kern, Geschäftsführerinnen von OneTwoEnergy, sprachen von einer intensiven und erfolgreichen Handelsperiode, vor allem in der zweiten Jahreshälfte.
Stephan Schwarzer, Leiter der WKÖ Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich: „Erfreulich ist, dass die Einsparverpflichtungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden, und die Kosten der Zielerreichung etwa auf ein Viertel früherer Befürchtungen reduziert werden konnten.“

Über 750 registrierte User nutzen OneTwoEnergy: Betriebe und Private können Käufer für ihre Nachweise finden und verpflichtete Energielieferanten aus einer breiten Palette an Angeboten wählen bzw. die Marktpreise sondieren.

Über den Online-Marktplatz wurden so seit dem Sommer rund 50 GWh an Nachweisen zu einem Durchschnittspreis von ca. 4 bis 5 Cent pro kWh gehandelt. Maßnahmen wurden sowohl aus dem Haushalts- als auch aus dem Industriebereich gehandelt. „Von 50.0000 kWh bis mehrere GWh war alles dabei,“ so Gudrun Pelinka.

„Besonders intensiv war der Handel im Dezember und Jänner, als viele kleinere Energielieferanten noch kurzfristig Nachweise benötigt und diese rasch und unkompliziert zugekauft haben,“ so Eveline Steinberger-Kern.

Montana Energie Österreich Geschäftsführer Clemens Wodniansky-Wildenfeld blickt als Energielieferant auf das erste Verpflichtungsjahr zurück und findet das Gesetz hat durchaus seine Berechtigung: „Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass die Verbraucher selbst, zumindest teilweise, mit in die Verantwortung genommen worden wären.“
Franz Hölzl, Leiter Nachhaltigkeit bei Spar Österreichische Warenhandels AG, zieht in seiner Rolle als Verkäufer von Maßnahmen Bilanz: „Es war ein schwieriges erstes Jahr mit unnötigem Administrationsaufwand – und das verstärkt mit Unsicherheiten und knappen Terminen. Für die Zukunft bin ich jedoch positiv, da durch den Handel von Energieeffizienzmaßnahmen ein Vorziehen von Investitionen zu erwarten ist – das jedoch nur bei sinnvollen Handelspreisen.“
OneTwoEnergy geht auch für die folgenden Jahre von einem intensiven Handel von Nachweisen aus: „Es gibt sowohl das Angebot, als auch die Nachfrage – und wir bringen beide Seiten zusammen,“ stellen die Geschäftsführerinnen fest.

 

HLK, 05. 03. 2016

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